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Sardinien, die zweitgrösste Insel im Mittelmeer, reich an Kultur,
gesegnet mit traumhaften Stränden und einer abwechslungsreichen Natur,
ist in Europa zu einem der begehrtesten Reiseziele geworden. 1800
Kilometer ziehen sich die Küsten hin. Glasklar bis smaragdgrün umgibt
Sardinien das Meer. Es zählt zu den saubersten Meeren der Welt.
Der Legende nach hat Gott auf Sardinien einen Fussabdruck hinterlassen.
So bekam die Insel denn auch in früher Zeit ihren Namen: Ichnussa oder
"Ichnos" hiess sie bei den Griechen in Anlehnung daran, dass sie die
Form einer Sandale hat("Sandaliotis").
Sardinien zeichnet zwei Vorteile aus, einmal das milde Klima übers ganze
Jahr, zum zweiten eine grösstenteils unberührte, ja urtümliche
Landschaft, wie sie in keinem anderen Landstrich rund ums Mittelmeer zu
finden ist, kaum in Europa.
Weitläufige Strände, teils mit schneeweissem Sand, malerische Buchten
inmitten bizarrer Felsküsten, dafür ist Sardinien bekannt. Weniger
hingegen wegen der wilden und herben Schönheit der Berglandschaften im
Inneren, wo sich die Seele der über Jahrhunderte vergessenen Insel
unversehrt in ihrer Ursprünglichkeit erhalten hat. Die grossartigsten
Zeugnisse der Geschichte, einmalig in Europa, einmalig in der ganzen
Welt, stellen die Nuraghen dar, über 7000 an der Zahl, geheimnisvolle
Bauten aus der Zeit von 1800 bis 238 v. Chr. Su Nuraxi, der
bemerkenswerteste Nuraghen-Komplex im Süden, zählt zum Weltkulturerbe.
"Übers Meer", sagen die Sarden, "ist nie etwas Gutes gekommen." Und
dennoch gewähren sie jedem Fremden eine Gastfreundschaft,
unvergleichlich, unvergesslich.
Unverkennbar der Duft der Insel. Die Myrte, der wilde Rosmarin, der
Thymian und wilder Wacholder tragen ebenso dazu bei wie der Corbezzolo,
der Erdbeerbaum, in dessen Blüten die Bienen den Nektar für den bitteren
sardischen Honig finden. Nicht weniger interessant die Tierwelt.
Heimisch auf Sardinien sind der Hirsch, das Mufflon, das Wildschwein,
der Geier, der Gänsegeier, der Flamingo, der Steinadler. Berühmt war die
Mönchsrobbe, die in den Grotten der östlichen Küste lebte.
Wer Sardinien besucht, wird die Erinnerung bewahren ans Meer und an die
Strände, an monumentale prähistorische Bauten und einsame Landstriche.
Er wird schwärmen von der reichhaltigen Küche, sei es jener vom Meer,
sei es jener von den Hirten. Und er wird die sardischen Kunsthandwerker
rühmen, die Korbflechter, die Teppichweber, die Keramiker, die Gold- und
Silberschmiede, unter deren Händen Schmuckstücke entstehen von
filigraner Schönheit.
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